• Sticky Blog-Übersicht

    Hallo und herzlich willkommen in meinem Bücherblog!

    Hier ist eine kleine Übersicht zu den neusten Rezensionen und Buchempfehlungen im Blog. Ich wünsche viel Freude beim Stöbern und über Kommentare und Diskussionen freue ich mich sehr!


    Neuste Rezensionen

    Superhero - Anthony McCarten

    Das wunderbare Weihnachtsgeschenk - Melody Carlson

    Der Fisch, das Klavier und der Wind - Barbara Scharioth

    ZweiundDieselbe - Mary E. Pearson

    Summer Sisters - Ann Brashares

    Mathilda Savitch - Victor Lodato

    Das genähte Herz - Carole Martinez

    Als ich meine Mutter im Sexshop traf - Robert Neuendorf (Hrsg.)

    Codename russische Variante - Hans-Joachim König

    ALTERRA: Die Gemeinschaft der Drei - Maxime Chattam

  • Auswertung: Weihnachtsgewinnspiel - Top 5 Weihnachtsbücher und -filme

    Hallo,

    erstmal möchte ich mich für die rege Teilnahme am Gewinnspiel zu "Der Weihnachtstango" bedanken. Die glückliche Gewinnerin heißt Teresa und kommt aus Neubrandenburg. Sie hat ihren Gewinn schon erhalten.

    Natürlich möchte ich - wie versprochen - jetzt auflösen, welche die Top 5 genannten Weihnachtsbücher und -filme sind.

    Top 5 Bücher

    1. Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens
    2. Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel von Cornelia Funke
    3. Das Weihnachtsgeheimnis von Jostein Gaarder
    4. Hinter verzauberten Fenstern. Eine geheimnisvolle Adventsgeschichte von Cornelia Funke
    5. Die Weihnachtsschuhe: Eine kleine Geschichte mit einer grossen Botschaft von Donna VanLiere

    Meine persönliche Empfehlung: Der kleine Weihnachtsmann: Roman von Romain Sardou

    Top 5 Filme

    1. Der Grinch
    2. Santa Clause - Eine schöne Bescherung
    3. Das Wunder von Manhattan
    4. Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
    5. Kevin - Allein zu Haus

    Meine persönliche Empfehlung: Buddy - Der Weihnachtself

  • Rezension: Doktor Proktors Pupspulver von Jo Nesbø

    Doktor Proktors Pupspulver - CoverDoktor Proktors Pupspulver
    - Jo Nesbø -
    Verlag: Arena; ISBN: 978-3401063041
    240 Seiten; Juni 2008
    gebundene Ausgabe


    Nichts als heiße Luft...

    Witziger Titel - lustiges Buch? Das trifft hier nur bedingt zu. Doktor Proktors Pupspulver ist sicherlich ein nettes Kinderbuch, das ein für Kinder interessantes Hauptthema hat: Das Pupsen! Doch das ist vermutlich auch schon der ganze Witz an der Sache.

    Jo Nesbø versteht es durchaus für Kinder ansprechend und bildhaft zu schreiben. Er erzählt über Dinge, die Kinder interessieren. Da ist zum Beispiel Lise, deren beste Freundin kürzlich weggezogen ist. Jetzt leben nur noch die doofen und fiesen Brüder Truls und Trym in der Nähe. Sie ist traurig, weil sie nicht weiß, mit wem sie jetzt spielen soll.

    Überraschenderweise zieht direkt neben Lise ein winziger, rothaariger Junge in ihrem Alter ein: Bulle. Beide verstehen sich auf Anhieb und lernen zusammen den leicht verwirrten und skurrilen Erfinder Doktor Proktor kennen. Gerade hat er ein Pupspulver entwickelt. Doch wer braucht schon eine solche eine Erfindung? Er selbst wüsste niemanden. Aber Lise und Bulle haben da so eine Idee. Denn finden nicht alle Kinder Pupsen klasse? Und was hat es wohl mit dem ominösen Pupsonautenpulver auf sich? Wer das in Erfahrung bringen möchte, der sollte dieses Buch lesen.

    So viel zum Inhalt, der durchaus Potenzial hat. Leider verliert man beim Lesen des Buches nicht den Eindruck, dass die Geschichte zwar ganz nett und schön ist, aber trotz der sonderbaren Erfindungen des Doktors nicht zu überraschen vermag. Beim ersten Lesen können Kinder sicherlich noch über Wörter wie "Pupsonautenpulver" und die genauen Beschreibungen des Pupsvorgangs lachen, doch nach zwei bis drei weiteren Erwähnungen wird es dann langweilig.

    Ebenso ist die Illustration des Buches nicht ansprechend. Trist, kritzelig und in eher dunkelen Farben gehalten kommen die Bilder daher. Anders als bei vielen schönen Kinderbüchern neigt man bei Doktor Proktors Pupspulver dazu, die Seiten mit den Illustrationen zu überblättern. Sonst ist es ja eher so, dass Bilder in Büchern genau studiert werden und den Inhalt in einem gewissen maße mit tragen. In diesem Fall ist es vollkommen anders. Vielmehr sorgen diese Zeichnungen dafür, dass der Eindruck einer grundsätzlichen Langatmigkeit noch verstärkt wird.

    Die Beschreibung der Freundschaft zwischen Lise und Bulle ist jedoch durchaus gelungen. Auch das sonstige alltägliche Leben und die Probleme von Kindern stellt der Autor gekonnt dar. Nur eben die Sache mit dem Pupspulver bleibt irgendwie witzlos und schafft es nicht durch das ganze Buch hinweg zu überzeugen. Beim Buchtitel kann der Leser definitiv mehr erwarten. Hier hätten der Geschichte einige weitere neuartige Ideen gut getan.

    Neue Erfindungen gibt es aber in der Fortsetzung des Buches zu entdecken: Doktor Proktors Zeitbadewanne.

    Ansonsten sollte Jo Nesbø vielleicht doch lieber im Genre Krimi & Thriller bleiben - dort macht er sich eindeutig besser. In seinen Kinderbüchern kommt zwar massenhaft heiße Luft aber wenig Humor heraus.

  • Rezension: Wo fahren wir hin, Papa? von Jean-Louis Fournier

    Wo fahren wir hin, Papa? - CoverWo fahren wir hin, Papa?
    - Jean-Louis Fournier -
    Verlag: Dtv; ISBN: 978-3423247450
    160 Seiten; November 2009
    Klappbroschur


    Ein echter Bericht über das Leben mit behinderten Kindern

    Bei einer Schwangerschaft denken sicher die wenigsten Eltern daran, dass das eigene Kind auch behindert zur Welt kommen könnte. Soetwas passiert schließlich immer nur den anderen. Doch genau diese "anderen" dachten vermutlich einmal ganz ähnlich.

    Das ist es auch, was Jean-Louis Fournier, dem Autor von "Wo fahren wir hin, Papa?", passiert ist. Nur "traf" es ihn und seine Frau gleich zwei mal. Ihre ersten beiden Söhne sowohl geistig als auch körperlich behindert.

    In seinem Buch beschreibt er den Schock darüber, dass die eigenen Kinder nicht gesund sind und niemals ein selbstständiges Leben führen werden. Dies tut er mit einem wirklich bösen schwarzen Humor. Er öffnet damit dem Leser die Augen, denn häufig verhält sich jeder von uns - oft auch unbewusst - unangebracht gegenüber behinderten Mitmenschen.

    Jean-Louis Fournier nimmt sich und seine ganze Familie auf die Schippe, und gerade seine extreme Ehrlichkeit hat mich so überzeugt. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, spricht aus, was andere kaum zu denken wagen, und doch merkt man, dass er seine Kinder über alles liebt. Vermutlich ist es genau sein Humor, der ihn über die Traurigkeit darüber, dass seine zwei Söhne krank sind und einer sogar ziemlich früh verstirbt, hinwegträgt.

    Wie soll man es ertragen, dass die eigenen Söhne niemals werden lesen können, niemals zur Schule gehen werden, niemals selbstständig werden leben können...? Sich jetzt aber im Selbstmitleid zu vergraben und seine kompletten Gedanken auf die Krankheit der Kinder zu konzentrieren, das kann einen Menschen auf Dauer nur kaputt machen.

    So ist Fourniers Prinzip, alles mit Humor zu nehmen und sei er auch noch so rabenschwarz, eine gute Möglichkeit - zumindest für ihn.

    Mathieu und Thomas, Jean-Louis Fourniers Söhne, können stolz auf ihren starken Vater, aber auch auf sich selbst sein. Trotz ihrer Behinderung geben sie ihren Eltern so viel Liebe, dass sie all die Schwierigkeiten in ihrem Leben mehr als nur aufwiegt. Und obwohl die Wortwahl des Autors zunächst schockiert, merkt man zunehmend, wie viel Liebe aus seinen Worten spricht.

    Durch die extrem kurzen Kapitel, wird der ganz besondere Sog der Geschichte noch verstärkt. Außerdem trifft der Wortwitz den Leser wirklich tief - manchmal unerbittlich tief. Oft ist es nämlich so, dass man liest, weiterliest, ein paar Sekunden überlegt und plötzlich erreicht der Witz das Gehirn mit voller Wucht. Er muss sich nur erst entwickeln.

    "Wo fahren wir hin, Papa?" ist ein herrlich ironisches Buch voll Wortgewalt.

  • Rezension: Superhero von Anthony McCarten

    Superhero - CoverSuperhero
    - Anthony McCarten -
    Verlag: Diogenes; ISBN: 978-3257237337
    304 Seiten; April 2008
    Taschenbuch


    Ehrlich, rasant und garniert mit Special Effects

    Die Besonderheit dieses Buches ist, dass es dem Leser das Gefühl vermittelt, gleichzeitig in einem Film zu sein und doch zu lesen. Der komplette Aufbau von "Superhero " ist nämlich eher an eine Mischung aus Film und Comic angelehnt. Und das hat auch einen ganz einfachen Grund: Der 14-jährige Protagonist Donald ist selbst ein begnandeter Comic-Zeichner. Für ihn ist das Zeichnen so ziemlich das Einzige, was er noch hat in seinem Leben, das zum Teil wie ein Film vor seinen eigenen Augen abläuft.

    Donald hat Leukämie und eigentlich ist ihm kein Lebenswille mehr geblieben. Er schottet sich von allem und jedem ab, ist zynisch und tritt diesem ganzen Krankenhaus- und Behandlungstheater mit einer großen Portion Trotz entgegen. Wie viele Jugendliche ist er oft nur genervt von seinen Mitmenschen und auch die Pubertät wütet in ihm. Es kann doch nicht richtig sein zu sterben, bevor man auch nur einmal Sex hatte, oder? So denkt Donald auf jeden Fall.

    In einer Zwischenwelt aus Resignation und dem Wunsch nach besonderen Erfahrungen (Wie eben Sex zu haben!)gefangen, findet Donald keinen wirklichen Ausweg. In diesem Alter ist das Leben doch schon ohne Krankheit kompliziert genug. Auch die Hilfe des Psychologen Adrian scheint anfangs nichts zu bringen. Nach und nach finden Don und er aber eine gemeinsame Ebene. Kann Adrian Don vielleicht helfen und ihn aus seiner Verbitterung befreien?

    "Superhero " ist so ein Roman, der anfangs verwirrt, dann erstaunt und einen am Ende um einiges schlauer zurücklässt. Zunächst ist der Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig. Mal sehr parataktisch, abrupt und rasant geht der Text dann wieder in scheinbar endlose Kettensätze über. Zwischendurch werden dann immer Comicausschnitte eingestreut, die Don selbst geschrieben hat beziehungsweise sich gerade geistig ausmalt. Erstmal eingelesen, freundet man sich aber garantiert damit an. Ganz gezielt verbinden sich hier nämlich der Sprachstil und der Inhalt zu einer Einheit.

    Erstaunlich gelungen ist zudem die Undurchschaubarkeit der Geschichte. Ständig wird der Leser mit überraschenden Wendungen konfrontiert und auf einer hohen Spannungsebene gehalten. Nicht zuletzt der rotzige Stil und die Tatsache, dass Don alles genau so ausspricht, wie es ihm in den Sinn kommt, machen dieses Buch so herrlich unkonverntionell. Es trifft den Leser dort, wo er nicht damit rechnet: Mit vollkommener Ehrlichkeit wird ihm die Wahrheit ins Gesicht geschleudert. Denn logischerweise ist es einfach nur beschissen ewig im Krankenhaus zu liegen, furchtbar auszusehen, sich auch so zu fühlen und den halben Tag mit Kotzen zu verbringen.

    In anderen Büchern wird immer nur drum herum geredet und versucht auf extreme Weise Mitleid beim Leser zu erzeugen. Dieses Buch schafft es hingegen durch seine Deutlichkeit zu überzeugen und macht die Schwierigkeit von Dons Situation viel klarer. Hier heißt es also: Lesen und verstehen lernen!

  • Sparen im Netz mit Bonus-Community

    [Trigami-Review]

    Wer spart nicht gern beim Einkaufen? Sicherlich niemand! Und genau hier bietet die Online Plattform Bonus-Community.de eine tolle Möglichkeit. Hierbei handelt es sich um eine Website, bei der man sich kostenlos registrieren kann und ganz ohne Tricks eine Menge Geld sparen kann. Bonus-Community.de arbeitet nämlich mit vielen Partnern zusammen und ermöglicht so ein Einsparpotenzial in den unterschiedlichsten Konsumbereichen.

    Über die Webseite von Bonus-Community gelangt man zu den entsprechenden Bonuspartnern und erhält für dort getätigte Einkäufe ganz bestimmte, vorher festgelegte, Provisionen. Man kauft folglich, wie gewohnt, bei verschiedenen Anbietern ein und bekommt dafür noch Geld zurück. Die einzige Bedingung ist tatsächlich, dass man sich bei Bonus-Community.de anmeldet und von dort aus zu den jeweiligen Partnern gelangt.

    Die Provisionen werden dann dem Bonus-Community.de Konto hinzugefügt und gespeichert. Wenn man mit seinen Provisionen einen Kontostand von 10 Euro oder mehr erreicht hat, kann man sich diesen Betrag auf ein Konto überweisen lassen. Auch die einfache Auszahlung via Paypal ist möglich.

    Zur Zeit kann diese Online Plattform mehr als 4000 Mitglieder verzeichnen. Seit Bestehen der Seite haben diese Mitgliedern  über Bonus-Community insgesamt über 40.000 Euro als Provision erhalten. Hieran kann man schon erkennen, dass das Konzept funktioniert. Zudem kann Bonus-Community.de mit vielen weiteren Angeboten überzeugen. So gibt es neben einem großen Community Bereich auch noch ein Forum zum Austausch, die Möglichkeit private Nachrichten zu verschicken und somit andere Mitglieder zu kontaktieren, Gästebücher, Bildergalerien und vieles mehr. Also alles, was man sich von einer Online Community wünscht.

    Außerdem ist die Auswahl an Bonuspartner wirklich vielseitig. Bekannte Partner sind zum Beispiel der Pro7 Fanshop, der Internetanbieter 1&1 oder Congstar. Ob in den Bereichen Bücher und Zeitungen, Internet, Telekommunikation und vielen anderen mehr, findet man hier Anbieter, bei denen man bei einem Einkauf auf der Webseite Provisionen auf Bonus-Community.de erhält.

    Bis zum 30. April 2010 gibt es die Möglichkeit, sich mit einem Leserbonus Gutschein anzumelden. Der Code hierfür lautet "LeserBonus". Diesen kann man direkt bei der Registrierung angeben. Auf diese Weise erhält man direkt zu Beginn 2,50 Euro auf sein Mitgliedskonto.

    Eine Anmeldung lohnt sich folglich, denn sie ist ganz einfach und zudem kostenlos.  Ich habe es selbst ausprobiert und es hat sofort und ohne Schwierigkeiten funktioniert. Zudem steht stets ein Team bereit, das bei Fragen und Problemen innerhalb von ca. einer Stunde helfen kann.

    Viel Spaß beim Sparen!

  • Gewinnspiel: Ja, ist denn heut' schon Weihnachten?

    Der Weihnachtstango - CoverNein, natürlich ist noch nicht Weihnachten, aber da man in den Geschäften bereits Unmengen an Weihnachtsnaschereien, -deko und Co. findet, und ich auch schon das erste Weihnachtsbuch dieses Jahres gelesen und rezensiert habe (Das wunderbare Weihnachtsgeschenk), möchte ich wieder ein Gewinnspiel starten. Natürlich kommen demnächst noch mehr Rezensionen zu Weihnachtsbüchern - lasst euch überraschen.

    Nun aber zum Gewinnspiel:

    Dieses Mal gibt es das Buch "Der Weihnachtstango" von Michaela Schwarz vom Ehrenwirth Verlag zu gewinnen. Um eine Chance auf das Buch zu haben, müsst ihr mir allerdings in dieser Runde eine etwas andere Gewinnspielfrage beantworten.

    Diese lautet: Welches ist dein liebstes Weihnachtsbuch (Wer kein Weihnachtsbuch kennt, kann mir auch seinen liebsten Weihnachtsfilm nennen)?

    Bitte schickt mir, um zu gewinnen, eine Mail an Daniela.Moehrke(at)live.de - diese muss die Antwort auf die Gewinnspielfrage und eure Adresse (zur Gewinnzustellung) enthalten! Einsendeschluss ist der 25.10.2009.

    Aus allen Antworten werde ich später eine Top-5 in meinem Blog veröffentlichen. Natürlich werden hierbei keine Namen genannt. Die Angaben dienen, wie schon erwähnt, nur der eventuellen Gewinnzustellung und werden von mir nach Ablauf des Gewinnspiels sofort gelöscht.

  • Rezension: Das wunderbare Weihnachtsgeschenk - Melody Carlson

    Das wunderbare Weihnachtsgeschenk - CoverDas wunderbare Weihnachtsgeschenk
    - Melody Carlson -
    Verlag: Gerth Medien; ISBN: 978-3865911841
    192 Seiten; September 2007
    gebundene Ausgabe


    Guter Anfang, konstruiertes Ende...

    Dieses dünne Büchlein ist vielmehr eine Familiengeschichte als ein Weihnachtsroman. Jedoch ist die komplette Handlung in der Weihnachtszeit angesiedelt und natürlich spielt hier die Familie eine ganz besondere Rolle. So passt die Einordnung von "Das wunderbare Weihnachtsgeschenk" in die Kategorie der Weihnachtsbücher schon ganz gut.

    Die Hauptfigur in diesem Roman ist Christine, eine 19-jährige Studentin, deren Mutter vor nicht allzu langer Zeit gestorben ist und deren Vater auf einer Missionsreise in Brasilien unterwegs ist. Noch gar nicht so lange weiß Christine, dass es sich gar nicht um ihre leiblichen Eltern handelt. Sie hatten sie noch als Baby adoptiert.

    Christine findet heraus, wo ihre leibliche Großmutter, lebt und macht sich auf den Weg zu ihr. Dort jedoch gerät sie in eine prekäre Situation: Ihre Großmutter nimmt an, sie würde sich als Haushälterin bewerben, und da die alte Dame ganz schön einschüchternd sein kann, spielt Christine die Rolle mit. Doch je länger sie als Haushälterin von Esther arbeitet, detso schwerer lastet ihre Lüge auf ihr. Wie soll sie Esther jetzt die Wahrheit gestehen? Und wie wird diese darauf reagieren?

    Gerade die erste Hälfte des Buches ist äußerst gelungen. Christines Zwiespalt überträgt sich deutlich auf den Leser und dennoch wird nicht zu dick aufgetragen. Ihre Großmutter kann ganz schön beherrschend sein und weiß ganz genau, was sie will. Es ergeben sich die skurrilsten Situationen, wenn sie und Christine - zwei vollkommen verschiedene Generationen - aufeinander treffen.

    Esthers Kommentare sind zuweilen herrlich trocken und dennoch schafft es die Autorin, den Leser in eine behagliche Stimmung zu versetzen. Dabei riftet sie zunächst nicht ins Kitschige ab. Ich selbst war sehr erstaunt, dass es die Autorin hier schafft, nicht zu übertreiben.

    Leider häufen sich dann im zweiten Teil des Buches aber die gewagtesten Familieneskapaden und Geheimnisse werden gelüftet, die zusammen genommen, einfach nicht mehr real wirken. Zwar hat das Buch weiterhin seine guten Momente, doch werden diese durch den zunehmenden Kitschfaktor leicht überschattet. "Das wunderbare Weihnachtsgeschenk" droht mehr und mehr ins Gefühlsduselei abzudriften.

    Zudem wirkt Christine immer mehr, wie eine überperfekte Person, die zwar ständig an ihrem eigenen Handeln zweifelt, aber eigentlich nie wirklich etwas falsch macht. Das lässt sie unecht erscheinen und ist zum Ende hin etwas übertrieben.

    Auch haben mich einige Einschübe gestört, in denen Gott zwar stets für alles Positive verantwortlich gemacht wird und er den Dank der Figuren dafür erhält, zugleich aber definitiv immer etwas anderes an negativen Begebenheiten schuld ist. Das wirkt gerade im letzten Drittel sehr heuchlerisch und überzogen. Egal, ob der Leser gläubig ist oder nicht, es ist ja vollkommen in Ordnung , wenn die Figuren ihrem Glauben nachkommen. Doch stets alles Gute auf Gott und alles Schlechte auf den Rest der Welt zu schieben, kann beim Lesen schon frustrieren. Hier verliert das Buch nun endgültig an Glaubwürdigkeit.

    Insgesamt ist es eine nette Geschichte, die in der ersten Hälfte zu überzeugen weiß, danach aber abflacht und den Leser nie wirklich berühren wird. Ähnlich kitischig, wie schon der Name der Autorin klingt - Melody Carlson (scheinbar kein Pseudonym) - geht es dort nämlich tatsächlich zu. Letztendlich wurde zu viel konstruiert, um eine künstliche Dramatik zu schaffen.

  • Der Fisch, das Klavier und der Wind - Barbara Scharioth (Herausgeberin)

    Der Fisch, das Klavier und der Wind - CoverDer Fisch, das Klavier und der Wind
    - Barbara Scharioth -
    Verlag: Carlsen; ISBN: 978-3551517227
    175 Seiten; Oktober 2009
    gebundene Ausgabe


    Tolle Illustrationen gepaart mit der Liebe zum Buch

    Was soll man sich unter einem solchen Buchtitel vorstellen: "Der Fisch, das Klavier und der Wind"? Ich denke, dass dieser Titel darauf hinweisen soll, dass Bücher unglaublich vielseitig sind und von allen Themen handeln können, die es gibt. Selbst wenn Begriffe wie "Fisch", "Klavier" und "Wind" auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben, ermöglicht es die Fantasie in Büchern doch sie zu vereinen.

    Und Fantasie ist es, auf der dieses wunderbare Buch beruht. Alles fing damit an, dass sich eine Frau namens Barbara Scharioth, die Herausgeberin, an ihre Lektüre von Lewis Carrolls "Alice im Wunderland" erinnerte. Dort gelangt Alice nämlich durch einen Bücherschacht aus ihrer eigenen in eine ganz und gar abenteuerliche Welt. Doch wie kann man sich so einen Bücherschacht vorstellen, der den Übergang zwischen zwei so verschiedenen Welten darstellt? Welche Bücher befinden sich wohl darin?

    Genau hier befindet sich der Ursprungspunkt für dieses Buch. Barbara Scharioth hatte einfach keine Vorstellung. Doch jeder Bücherwurm kann sicher nachvollziehen, dass man gern ein richtiges Bild von diesem Bücherschacht vor Augen hätte oder am liebsten sogar selbst einmal darin herumspazieren würde.

    Aber selbst Besuche in den verschiedensten Bibliotheken, darunter die große Kinder- und Jugendbibliothek in München, brachten nicht den gewünschten Effekt. So entstand die Idee, dass nur imaginäre Bücher in diesem Schacht stehen könnten, Bücher, die bisher noch gar nicht existieren.

    Schließlich fanden sich insgesamt 70 Illustratoren weltweit, die je ein Buchcover inklusive Buchtitel, Verlag und kurzer Inhaltsangabe für dieses Buchprojekt erfanden. Ganz verschiedene Covergestaltungen und Ideen, die der Fantasie keine Grenzen lassen, findet man nun in "Der Fisch, das Klavier und der Wind" vereint - eine eigene kleine Bibliothek imaginärer Bücher versammelt in einem Buch. So etwas hat es wirklich noch nicht gegeben.

    Tatsächlich hält man sich liebend gern in dieser Bibliothek in Buchform auf. Alle Bilder verzaubern auf ihre Weise und stellen dar, wie vielfältig die Weltder Bücher doch ist. Es ist ein Buch, das so deutlich die Liebe zu Büchern widerspiegelt, wie kaum ein anderes.

    Hinzu kommt, dass alle Texte im Buch sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch vorhanden sind, sowie beim jeweiligen Bild in der Originalsprache des Illustrators. Bücher verbinden die Menschen weltweit - es wird überall gelesen, die Menschen versinken in Geschichten und lassen ihrer Fantasie freien Lauf. Dies ist zumindest eine Botschaft von "Der Fisch, das Klavier und der Wind".

    Wunderschön ist dieses großformatige Buch von innen und außen anzusehen. Natürlich fehlt auch ein Lesebändchen nicht. Bei mir befindet es sich jetzt auf der Seite mit meinem Lieblingsbuchcover und der für mich schönsten Buchidee: "Miss Beauty of World". Vielleicht habe ich ja Glück und irgendwann wird dieses Buch tatsächlich veröffentlicht. Wer weiß?

    Sicher ist, dass dieses Buch eine hervorragende Mischung aus Kunst und Ideen, Fantasie und Bücherliebe bietet. Jede Seite ist definitiv mehr als nur einen Blick wert.

  • Rezension: ZweiundDieselbe von Mary E. Pearson

    ZweiundDieselbe - CoverZweiundDieselbe
    - Mary E. Pearson -

    Verlag: Fischer Schatzinsel; ISBN: 978-3596853373
    336 Seiten; August 2009
    gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag


    Wer oder was ist Jenna Fox?

    Was würde man tun, wenn man aufwacht und es ist mehr als ein Jahr vergangen – alles in dieser Zeit liegt im Dunkeln. Nahezu die kompletten Erinnerungen sind verschwunden – an die eigene Mutter, Freunde und Familie. Wie geht man mit einer solchen Situation um?

    In Zweiunddieselbe passiert genau das der 17-jährigen Jenna Fox. Nach einem Autounfall erwacht sie aus dem Koma und kann sich an kaum etwas mehr erinnern. Ihre Familie ist ihr fremd und sogar viele Wörter sind ihr entfallen. Auch das Laufen und andere Bewegungsabläufe muss sie komplett neu erlernen. Ernährt wird sie nur durch einen bestimmten Nährstofftrank, da sie andere Lebensmittel noch nicht verdauen kann.

    Jenna fühlt sich falsch in ihrem Körper und auch ihre Eltern und ihre Großmutter verhalten sich ihr gegenüber merkwürdig. Selbst zu Hause in der neuen Wohnung – die Familie ist umgezogen – hat Jenna das Gefühl unter ständiger Kontrolle und Beobachtung zu stehen. Ihr wird immer klarer, dass da etwas ganz und gar nicht stimmt. Und das ist auch der Fall… nach und nach kommt sie immer mehr Geheimnissen auf die Spur und Jenna weiß nicht, ob sie in diesem Wissen normal weiterleben kann.

    Die Figur der Jenna ist wirklich ausnehmend gut charakterisiert. Deutlich spürt der Leser ihre Selbstzweifel und die große psychische Belastung, die auf ihr liegt. Nicht nur muss sie alles neu lernen, sondern sich auch noch gegen ihre Eltern durchsetzen, um die komplette Wahrheit über sich selbst zu erfahren.

    Wie ein Puzzle setzt sich die Geschichte nach und nach zusammen. Dennoch weiß Jenna  nie, ob nicht ein wichtiges Teil fehlt oder ein anderes fehlerhaft ist. Denn nur wenn das Puzzle komplett und richtig ist, ist auch Jennas persönliches Bild von sich selbst wieder vollständig.

    Psyche und Persönlichkeit spielen in “Zweiunddieselbe” eine extrem große Rolle. Hinzu kommen noch zwischenmenschliche Beziehungen und Gefühle. Denn für Jenna ist es vonäußerster Wichtigkeit, andere Menschen genau verstehen zu können, auch wenn es nur durch Andeutungen funktioniert. Nur so kann sie die Wahrheit über sich hinausfinden und feststellen, wer Jenna Angeline Fox wirklich ist. Sie kämpft für ein selbstbestimmtes Leben!

    Sehr feinfühlig und atmosphärisch dicht beschreibt Mary E. Pearson Jennas komplizierte Situation, ihre Emotionen, Ängste und Sorgen, aber auch die ihrer Mitmenschen. Für alle ist es eine schwierige Situation, wenn auch in verschiedener Hinsicht. Jenna muss sich darüber klarwerden, wer sie selbst ist und ihre Familie hat Angst Jenna doch noch zu verlieren.

    Neben einem Erfahrungsbuch für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene ist  “Zweiunddieselbe” ein Roman über Freundschaft, das Erwachsenwerden und eine Liebesgeschichtezugleich.

    Die Autorin versteht es, den Leser zu bannen und ihn mit seinen Empfindungen fest an die Geschichte zu binden. Kritisch betrachtet man die Situation von Jenna und ihrer Familie, wägtständig ab, wessen Entscheidungen man besser nachvollziehen kann und fühlt sich den Figuren – besonders Jenna – sehr nahe.

    Zugleich wird Kritik an übertriebenen neuartigen Forschungsmethoden geübt und dennoch wird der Leser dazu angehalten, genau zu hinterfragen, was notwendig ist und was zu weit geht. Denn auch Entwicklung ist nötig, doch dabei dürfen ethische Aspekte nicht vernachlässigt werden. Hier wird stark an die Moral des Lesers appeliert, obwohl ihm dennoch keine eindeutig richtige Vorgehensweise vorgegeben wird. Er selbst muss für sich entscheiden, was richtig ist und was falsch oder ob es gar etwas dazwischen gibt.

    Ein wahrhaft eindrucksvolles Buch, das in seiner kompletten Erscheinung überzeugen kann.

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